Presseberichte aus den Jahren 2002 und 2001

Mit jugendlichem Feuer

Einen starken Eindruck hinterliess der Auftritt des jungen aargauischen Orchesters in der stark besetzten Aula der Kantonsschule. Dirigent David Schwarb setzte dem Konzert seinen Stempel auf. Nicht nur ein heiliges Feuer beflügelt sein Wirken, sondern auch eine kluge Disposition der Werke. Dabei forderte er vom Orchester das Letzte. Es war beeindruckend, er seine 21 Musikerinnen und Musiker zu einer packenden Leistung mitriss.

Mit dem Klavierkonzert a-moll des 13-jährigen Felix Mendelssohn erspielte sich der Kreuzlinger Benjamin Engeli einen nachhaltigen Erfolg. In den lebhaften, beschwingten Ecksätzen wies er sich über eine hoch entwickelte Technik aus, und im Adagio versenkte er sich in eine ausdrucksstarke Interpretation. Voll motiviert begleitete das Orchester, Konzertmeisterin Maja Hunziker und die Cellistin Sabina Leemann bestachen durch profilierte Soli.

Mit intensiver Tongebung spielte das Ensemble die Ouvertüre in c-moll des 14-jährigen Konviktschülers Franz Schubert. Mit einer unerhörten Leucht- und Spannkraft formte es die Largo-Einleitung, und im Allegro fielen die grosse dynamische Spannweite und das jugendliche Feuer auf.

In der Suite für Streichorchester von Leos Janacek entwickelte die Cappella dei Giovani nicht nur eine erstaunliche Tonfülle, sondern bestach auch durch eine vielgestaltige Dynamik und starke Empfindsamkeit in den melodienseligen Partien. Die durch grosse Spiellust, Temperament und vielfarbige Interpretation gekennzeichnete Darbietung rief viel Beifall hervor.

(Aargauer Zeitung, 08.01.01)

 

 

In jungen Jahren schon auf hohem Niveau

Ein junges Orchester, Werke von damals noch jungen Komponisten und ein noch junger Solist, aber dennoch eine höchst reife Leistung: Die Cappella dei Giovani konnte bei ihrem „Heimspiel“ im Kanti-Rondell die zahlreichen Besucher restlos überzeugen.

Bereits bei Franz Schuberts Ouvertüre D 8 bewies das Ensemble sein grosses Können, meisterte es doch unter der engagierten und souveränen Leitung von David Schwarb die vielen dramaturgischen Stil- und Rhythmuswechsel hervorragend. Klanglich faszinierend vielseitig war auch die Suite für Streichorchester von Leos Janacek.

Höhepunkt des Abends war aber das Klavierkonzert in a-Moll von Felix Mendelssohn. Je länger das Werk dauerte, desto mehr kam die Freude an der Musik hervor, steigerte sich die Spiellust der Jungtalente, tauchte der ganze Saal in diese wunderbare Ausdruckswelt hinein, und Dirigent Schwarb liess dieser Stimmung ihren Lauf, ohne aber die Zügel zu sehr aus der Hand zu geben. Der tosende Applaus am Schluss war wie ein Auftauchen aus einer fremden Welt, die Begeisterung der Zuhörenden riesig.
 
(Wohler Anzeiger, 09.01.01)

 

Unter dem Stern „junger“ Musik

Wohlen ist der jährliche Schauplatz des bereits traditionell gewordenen Neujahrskonzertes der Cappella dei Giovani, dieses jungen Streichorchesters, das sich von Mal zu Mal steigert und dessen Konzerte zu einem „Muss“ avanciert sind. Noch nie waren die Mitglieder des Orchesters so gut aufeinander eingespielt, noch waren die Werke so exakt und fein erarbeitet. Dynamische und rhythmische Nuancen kamen voll zum Tragen, was von einer aussergewöhnlichen Leistung des Leiters David Schwarb und von einer Harmonie innerhalb des ganzen Orchesters zeugt. Die Cappella bot hier einen Vorgeschmack auf weitere Konzerte, die man sich in Zukunft nicht mehr entgehen lassen sollte.

(Der Unterfreiämter, 11.01.01)